Auf der Suche nach Potenzialentfaltung an Schulen

Wie Schule auch sein kann

Eine Illusion?

Schulen, an denen Kinder gerne lernen? Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler mitbestimmen, wann sie was lernen? Schulen, an denen Kinder ihr Potential entfalten können?

Es ist möglich!

Acht Jugendliche haben verschiedene Schulen besucht. Sie haben Schülerinnen, Schüler und Lehrpersonen befragt. Dabei herausgekommen ist eine eindrückliche Dokumentation, die  von Daniel Hunziker, dem Leiter der Initiative Schulen der Zukunft, kommentiert wird.

Wenn dir die Gegenwart und Zukunft unserer Kinder am Herz liegen und du dich dafür interessierst, wie Schule auch sein kann, lohnt es sich, die knapp 40 Minuten für das Video zu investieren.

Was jemand tut, ist nicht, was jemand ist

Viele Konflikte und Kommu­ni­ka­ti­ons­pro­bleme könnten vermieden werden, wenn das Sein und das Tun auseinandergehalten würde.

nicht ok

Ok-Haltung

In der Transaktionsanalyse spielt der Begriff ok eine zentrale Rolle. Dabei geht es um mehr als eine oberflächliche Zustimmung („… ist schon ok …“). Wenn ich jemanden als ok sehe, dann gestehe ich ihm oder ihr Wert, Wichtigkeit und einen liebenswerten Kern zu.

Jeder Mensch ist wertvoll.
Jeder Mensch ist wichtig.
Jeder Mensch hat einen liebenswerten Kern.

Manchmal ist der wertvolle, wichtige, liebenswerte Kern durch die persönliche Geschichte verschüttet und nach aussen nicht erkennbar. Dieser Mensch ist im Sinne der Transaktionsanalyse trotzdem ok, weil sich ok auf das Sein und nicht auf das Tun bezieht.

Es geht nicht darum, alles zu tolerieren, was jemand sagt und tut. Wichtig ist jedoch, diesen Menschen aufgrund seines Verhaltens nicht in seinem ganzen Sein zu verurteilen.

Strokes

Das englische Wort Stroke steht für eine Streicheleinheit und auch für einen Schlag. In der Transaktionsanalyse verstehen wir unter Strokes jede Form von Zuwendung – positive und negative. Strokes können mit Worten vermittelt werden und auch wortlos, z. B. mit einem Blick, einem Schulterklopfen, einer Umarmung usw.

Es gibt Strokes, die an eine Bedingung geknüpft sind. Diese bedingten Strokes beziehen sich auf das Tun eines Menschen. Im Gegensatz dazu geht es bei bedingungslosen Strokes um das Sein.

Positive Strokes, die an keine Bedingung geknüpft sind, vermitteln einem Menschen, dass er wichtig, wertvoll, liebenswert ist. Sie sind Ausdruck der Ok-Haltung. Ich bezeichne sie daher als Ok-Strokes. Ok-Strokes führen zu einem guten Selbstwertempfinden. Dieser Mensch erlebt sich als geliebt, akzeptiert, respektiert.

Man kann sich die Ok-Strokes als eine Eisschicht auf einem Weiher vorstellen. Je solider diese Schicht ist, umso tragfähiger ist das Eis. Die Dicke der Schicht entspricht dem Mass des Selbstwertempfindens.

Menschen mit einer dünnen Schicht positiv-bedingungsloser Strokes werden ihren Wert stark von den Rückmeldungen zu ihrem Verhalten abhängig machen.

Wenn diese negativ ausfallen, wird das auf das eigene Sein bezogen: ich bin nichts wert, ich bin nicht wichtig, ich bin nicht liebenswert. Kommunikation und Konfliktlösung wird erschwert.

ok

Fazit

Konstruktives Miteinander und weiterbringende Kommunikation wird zunehmen, wenn es vermehrt gelingt…

… sich selbst und anderen Menschen in der Ok-Haltung zu begegnen,

… echte Ok-Strokes zu vermitteln (und von anderen anzunehmen),

… zwischen Sein und Tun zu unterscheiden.